| Sicherheitstraining 2011 in Neustadt/Holstein |
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| Samstag, den 03. Dezember 2011 um 13:20 Uhr | ||||
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Pünktlich erscheint dann Kapitänleutnant a.D. Otto Stoehr, unser Chefausbilder und begrüßt die 34 Teilnehmer mit den Worten „Sie sind freiwillig hier!“. Schnell werden die Teilnehmer auf die 5-Bett-Zimmer verteilt; diese sind kasernentypisch einfach und zweckmäßig. Kurz danach begeben wir uns in den Seminarraum, Herr Stoehr beginnt mit allgemeinen Hinweisen und stellt uns die anderen Ausbilder vor. Dann trifft bahn bedingt etwas verspätet der Referent von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) ein. Der Vortrag vom BSU verdeutlicht anhand typischer Seeunfalluntersuchungen, die Hauptursachen für Seeunfälle mit Yachten. Wer nicht ohnehin regelmäßig die lehrreichen Publikationen des BSU liest, erfährt hier garantiert wichtige Hinweise. So mancher Seeunfall ließe sich wohl durch regelmäßiges Tragen von Rettungswesten, den Verzicht auf Alkohol an Bord, sowie gute und angemessene Ausrüstung verhindern. Nachdem die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt wurden (Paare und Gruppen werden bewusst getrennt), geht es für meine Gruppe zu einem Vortrag über Brandbekämpfung an Bord. Die verschiedenen Brandklassen werden dabei ebenso erklärt wie die passenden Löschmittel. Nach dem Vortrag werden blaue Overalls und feuerfeste Masken verteilt. Anschließend geht es zur Brandhalle, die fast komplett aus einem riesigen Rauchabzug besteht.
Unsere erste Aufgabe wird es sein, mit einem 6 kg CO²-Feuerlöscher eine Blechwanne mit brennendem Benzin zu löschen. Die Ausbilder demonstrieren uns die richtige Technik und Haltung (Kammgriff) des Löschers, danach probiert es jeder Einzelne von uns. Dabei ist stets ein Ausbilder, der Tipps gibt und auf die Sicherheit achtet. Als zweite Aufgabe wird ein Hubschraubermodell in Originalgröße mit Benzin übergossen, entzündet und soll von uns mit 12 kg Pulverlöschern gelöscht werden. Zum Abschluss der Brandbekämpfungsübungen wird eine mehrere Quadratmeter große Wanne mit Benzin entzündet. Diese wird zuerst mit fein zerstäubtem Wasser aus zwei Feuerwehrschläuchen gelöscht. Auf meine Frage hin, ob dies auch mit Pulver möglich sei, hat unser Ausbilder gleich den ersten von zwei Freiwilligen für die letzte Übung gefunden. Die große (nun wieder brennende) Benzinwanne soll mit zwei Pulverlöschern bekämpft werden. Vorher prüft unser Ausbilder auffallend genau, ob meine Haare auch komplett unter der Schutzmaske versteckt sind und der Overall richtig geschlossen ist. Nach einer kurzen Pause geht es nun um das Thema Leckbekämpfung. Nach einigen theoretischen Hinweisen finden wir uns in einem passenden Übungsraum wieder und bekommen Overalls und Gummistiefel. Unsere Aufgabe wird es sein, in einer hier aufgebauten Schiffssektion Wassereinbrüche zu stoppen. Dazu gibt es Hilfsmittel wie Leckstopfen, Keile, Decken, Kissen, sowie Kanthölzer und Werkzeug. Ich erwische die erste Gruppe und werde zum Skipper ernannt. Wir betreten recht ahnungslos den Schiffsrumpf – kurz danach spritzt die erste Wasserfontäne aus der Wand. Ich versuche, die Mitstreiter zu koordnieren und das benötigte Werkzeug zu ermitteln und zu verteilen – bei der Abschlussbesprechung muss ich mich daraufhin belehren lassen, dabei zu wenig die Übersicht behalten zu haben. Nun ist das Pensum für den ersten Tag geschafft und wir werfen uns in Schale für das Abendessen in der Offiziersmesse. In der maritim dekorierten Messe warten bereits die Ausbilder, nun in edler Uniform statt Feuerwehrkluft. Bei dem ein oder anderen Bierchen wird nun gefachsimpelt und das Erlebte diskutiert. In der Anmeldung war von „Truppenverpflegung“ die Rede, doch das leckere Abendessen übersteigt dies bei weitem. Gegen 23 Uhr mache ich mich auf den Weg ins Bett – um 7 Uhr soll es wieder Frühstück geben. Der Bericht des zweiten Tages folgt auf der nächsten Seite... |



